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Anforderungen an app-basierte Technologien für den Einsatz in der psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung von Patienten mit Bipolarer Störung

Beginn:
5. Sep 2019, 17:30
Ende:
5. Sep 2019, 19:00
Kurs-Nr.:
869
Preis:
Kostenfrei
Ort:
HS 1
Plätze:
30
Trainer:

Beschreibung

Anforderungen an app-basierte Technologien für den Einsatz in der psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung von Patienten mit Bipolarer Störung


Hintergrund und Zielsetzung Bei der Bipolaren Störung handelt es sich um eine lebenslänglich bestehende, schwerwiegende psychische Erkrankung (Budde, Forstner, Adorjan, Schaupp, Nöthen & Schulze, 2017), welche spät diagnostiziert wird sowie weltweit als unterversorgt gilt (Bräunig & Krüger, 2011). E-Mental-Health Apps besitzen vielzählige Potentiale, um die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen zu optimieren. App-basierte Technologien entfalten dabei insbesondere ihr volles Potential, wenn Betroffene diese mit ihrem Behandler zusammen nutzen (Lüttke, Hautzinger & Fuhr, 2018). Die Akzeptanz und aktive Anwendung derartiger Technologien seitens der Behandler gelten somit als Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Implementierung. Daher wurde untersucht, welche Anforderungen Behandler an app-basierte Technologien für den Einsatz in der psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung von Patienten mit Bipolarer Störung stellen. Methoden Es wurden neun leitfadengestützte Experteninterviews mit Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie und Nervenheilkunde sowie psychologischen Psychotherapeuten aus dem ambulanten und stationären Sektor in Schleswig-Holstein durchgeführt. Die Ergebnisse wurden nach der sechsteiligen Auswertungsmethodik von Meuser und Nagel unter der Zuhilfenahme der Computersoftware MaxQDA generiert. Ergebnisse In den ersten beiden Themenblöcken äußerten sich die Experten zum Konsultationsverhalten bipolarer Patienten, zur Vorerfahrung mit app-basierten Technologien, zur Nutzung von Leitlinien, Herausforderungen in der Therapie von bipolaren Patienten, zu fehlenden Patienten-Daten, Verbesserungs-bedarfen und Auswirkungen einer frühzeitigen Konsultation. Im dritten Themenblock wurden strukturelle und inhaltliche Rahmenbedingungen, Möglichkeiten zur langfristigen Motivation von bipolaren Patienten, Herausforderungen, Potentiale und Bedenken sowie Lösungsansätze in Bezug auf app-basierte Technologien für die Behandlung von bipolaren Patienten genannt. Diskussion und Ausblick Die erhobenen Ergebnisse bestätigen und vertiefen den in der Literatur erläuterten IST-Zustand in der Behandlungspraxis bezüglich bipolaren Patienten. Anhand der Ergebnisse konnten 12 strukturelle und sechs inhaltliche Anforderungen für den Einsatz von app-basierten Technologien sowie zehn Möglichkeiten zur langfristigen Motivation von bipolaren Patienten zur App-Nutzung abgeleitet werden. Diese identifizierten Anforderungen aus Expertensicht bildeten die Grundlage für die Entwicklung von 14 geeigneten Implikationen für Forschung und Praxis.

Literatur

Bräunig, P. & Krüger, S. (2011). Epidemiologie und klinische Diagnostik bipolarer Erkrankungen. Nervenheilkunde. 5. S. 295-300. Verfügbar unter: http://www.schattauer.de/magazine/uebersicht/zeitschriften-a-z/nervenheilkunde/inhalt/archiv/issue/1397/manuscript/16075.html (16.01.19) Budde, M., Forstner, A. J., Adorjan, K., Schaupp, S. K., Nöthen, M. M. & Schulze, T. G. (2017). Genetische Grundlagen der bipolaren Störung. Der Nervenarzt. 88. S. 755-759. doi: 10.1007/s00115-017-0336-9 Lüttke, S., Hautzinger, M. & Fuhr, K. (2018). E-Health in Diagnostik und Therapie psychischer Störungen. Werden Therapeuten bald überflüssig? Bundesgesundheitsblatt. 61. S. 263–270. doi: 10.1007/s00103-017-2684-9

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