Aug 24, 2019 Last Updated 10:58 AM, Aug 12, 2019

Kongressprogramm erschienen

Brücken bauen - Grenzen überwinden. Innovationen in der ambulanten und st...

DruckenE-Mail Adresse

Bedarfsorientierter Einsatz von eHealth für Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz

Beginn:
5. Sep 2019, 17:30
Ende:
5. Sep 2019, 19:00
Kurs-Nr.:
884
Preis:
Kostenfrei
Ort:
Foyer/Halle
Plätze:
30
Trainer:

Beschreibung

Bedarfsorientierter Einsatz von eHealth für Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz


Hintergrund und Zielsetzung Fachkräfte und Angehörige sind durch Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz deutlich belastet (Conrad, Alltag, Matschinger, Kilian, & Riedel-Heller, 2018; Werner & Leopold, 2018). Die steigende Anzahl von Demenzerkrankungen und der Fachkräftemangel könnten in Zukunft die Situation verschärfen. Im Interreg-Projekt Demantec - Demenz und innovative Technologien in Pflegeheimen - besteht seit 2016 eine Zusammenarbeit von zehn deutschen und dänischen Partnern und über 30 Netzwerkpartnern. Übergeordnetes Ziel des praxisorientierten Forschungsprojektes ist die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Demenz, Angehörigen und Pflegenden mithilfe von eHealth-Lösungen. Als Grundlage dafür wurde eine Bedarfs- und Anforderungsanalyse in zwei deutschen und zwei dänischen Pflegeheimen durchgeführt. Dadurch sollten Bedürfnisse der drei Zielgruppen identifiziert und Anforderungen an Technologien formuliert werden. Methode Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz mit hermeneutischer und phänomenologischer Herangehensweise gewählt. Insgesamt wurden 26 semistrukturierte Interviews mit Pflegekräften, Angehörigen und Führungskräften und 22 Tage teilnehmende Beobachtung in deutschen und dänischen Pflegeheimen durchgeführt. Ergebnisse Durch Analyse des Datenmaterials aus Interviews und Beobachtungsnotizen wurden acht übergeordnete Themenbereiche identifiziert, denen sich die Bedürfnisse der Zielgruppen zuordnen lassen: die individuelle Lebensgeschichte, die kognitive Beeinträchtigung, Werte im Pflegeheim, die Präsenz der Pflegekräfte im Alltag, Aktivitäten und Übungen, die Kompetenzentwicklung der Pflegekräfte, die professionelle Kooperation und Kommunikation und der Einsatz von Technologien. Es wurden elf verschiedene Einsatzszenarien für Technologien entwickelt, durch die die ermittelten Bedürfnisse erfüllt werden können. Zwei Einsatzszenarien wurden ausgewählt und im Projekt Demantec umgesetzt: eine Plattform zur Information über die individuelle Lebensgeschichte der Pflegeheimbewohner und für den Austausch zwischen Pflegekräften, Menschen mit Demenz und Angehörigen sowie ein sensorbasiertes Sicherheitssystem. Diskussion und Ausblick eHealth-Lösungen haben das Potential, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und der Personen in ihrem Umfeld zu verbessern. Dabei sollten die Bedürfnisse der zukünftigen Nutzer und Nutzerinnen den Ausgangspunkt für Entwicklung und Einsatz der Technologien bilden. Im Projekt Demantec wurden verschiedene bedarfsorientierte Einsatzszenarien für eHealth-Lösungen im Pflegeheimkontext entwickelt. Aus den zwei umgesetzten Szenarien konnten Empfehlungen für die Implementierung von Technologien in der Praxis abgeleitet werden. Das Projekt Demantec wird ab März 2019 im Rahmen eines zweiten Förderzeitraums bis August 2020 den Fokus auf pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz im häuslichen Umfeld richten.

Literatur

Conrad, I., Alltag, S., Matschinger, H., Kilian, R., & Riedel-Heller, S. (2018). Lebensqualität älterer pflegender Angehöriger von Demenzerkrankten. Der Nervenarzt, 89(5), 500-508. doi: https://doi.org/10.1007/s00115-018-0510-8 Werner, B., & Leopold, D. (2018). Psychische Belastungen und Beanspruchungen der Mitarbeitenden in Langzeit-Pflegeeinrichtungen für Demenzkranke. Vorteile ambulant betreuter Demenz-(Pflege-)Wohngemeinschaften gegenüber segregativen Demenz-Wohnbereichen in der stationären Altenpflege. Pflegewissenschaft, 20(9/10), 386-405. doi:10.3936/1583

Im Artikelarchiv von hpsmedia nach Shirin Caroline Pornak suchen

Kategorie

Tags

Akkreditierungen


Für diesen Kongress werden im Rahmen der freiwilligen Registrierung 10 Fortbildungspunkte verliehen.
Kursnummer: 20190314190001

 

logo akk

Für diesen Kongress werden von der Ärztekammer Schleswig-Holstein 9 Fortbildungspunkte der Kategorie B verliehen.
Anerkennungsnummer 201901450