Sep 22, 2019 Last Updated 10:58 AM, Aug 12, 2019

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Entwicklung und Testung einer App-basierten, polylingualen Kommunikationshilfe für Pflegefachkräfte im Umgang mit fremdsprachigen Patienten

Beginn:
5. Sep 2019
Ende:
5. Sep 2019
Kurs-Nr.:
908
Preis:
Kostenfrei
Ort:
Foyer/Halle
Plätze:
30
Trainer:

Beschreibung

Entwicklung und Testung einer App-basierten, polylingualen Kommunikationshilfe für Pflegefachkräfte im Umgang mit fremdsprachigen Patienten


Hintergrund und Zielsetzung Untersuch¬un¬gen zeigen, dass es bei bis zu zehn Prozent der Patienten Sprachbarrieren gibt (Langer et al., 2017). Da für den Pflege- und Behandlungserfolg die barrierefreie Kommunikation zwischen Fachpersonal und Patient wichtig ist, werden Kommunikationshilfen benötigt. Insbesondere Pflegefachkräfte, die sich mehrmals täglich und über längere Zeiträume hinweg um Patienten kümmern, sind zur Kommunikation mit nicht deutsch¬sprachigen Patienten hauptsächlich auf (Laien-)Dolmetscher, Print-Übersetzungshilfen oder eigene, meist rudimentäre, Kenntnisse der jeweiligen Fremdsprache angewiesen. Dies führt zu Verzögerungen und Missverständnissen im Pflegeprozess, welche negative Folgen nach sich ziehen können (Borde, 2018). Es besteht daher die Notwendigkeit für eine einfach zu bedienende, räumlich und zeitlich verfügbare, sowie möglichst umfangreiche Kommunikationslösung. Methode Für den Einsatzbereich des Rettungsdienstes existiert bereits eine App-basierte Lösung, welche vor allem bei der Diagnostik und der Kommunikation von Maßnahmen unterstützt. Neben der rein textlichen Sprache-zu-Sprache-Übersetzung inklusive Lautschrift arbeitet die App auch mit Sprachausgabe und Visualisierungen in Form von Zeichnungen. Technisch und ergonomisch an der existierenden Rettungsdienst-App orientiert, wird im Verbund von Praxiseinrichtung (Klinikum Nürnberg) und Software¬hersteller eine App für die Pflege entwickelt. Schwerpunktmäßig enthalten sind Übersetzungshilfen für die so genannten „Aktivitäten des täglichen Lebens“, wie beispielsweise Körperhygiene oder Nahrungs¬aufnahme, da diese im Pflegealltag besonders relevant und mitunter sehr kommunikationsintensiv sind. Die App wird im Rahmen des vom BMBF geförderten Pflege-praxis¬zentrums Nürnberg (PPZ-Nürnberg) im Echtbetrieb getestet und evaluiert. Methodische Grundlage ist dabei der im PPZ-Nürnberg entwickelte ELSI+-Ansatz, der neben ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten insbesondere auch ökonomische, praktische und technologische Implikationen des Einsatzes neuer Mensch-Technik-Interaktionslösungen (MTI-Lösungen) einbezieht und dabei auf eine möglichst umfassende Einbindung der beteiligten Stakeholder baut. (Bauer et al., 2018) Ergebnis Für die Evaluierung wird die App auf zwei Normalstationen der Nephrologie mit insgesamt 54 Betten eingeführt und sechs Monate lang getestet. Es wird geschätzt, dass die App insgesamt circa 20- bis 30-mal täglich bei bis zu vier Patienten mit Sprachbarrieren zur Anwendung kommt. Eine Datenerhebung erfolgt anhand anonymisierter Logfiles der App-Nutzung, Fragebögen und Workshops. Neben Fragestellungen zur Usability und User Experience werden auch die Wirtschaftlichkeit, der Einfluss auf den Pflegeprozess sowie die technischen Anforderungen bzgl. der Implementierung in den Regelbetrieb betrachtet.

Literatur

Bauer, C., Bradl, P., Loose, T., Zerth, J., Müller, S., Schneider, M., & Prescher, T. (2018): Entwicklung eines Organisationskonzepts zur praxisnahen Testung und Evaluation innovativer MTI-Lösungen in verschiedenen Pflegesettings. Cluster Zukunft der Pflege, Tagungsband der 1. Clusterkonferenz 2018, 51. Borde, T. (2018): Kommunikation und Sprache. Gynäkologische Endokrinologie, 16(1), 3-9. Langer, T., Zapf, T., Wirth, S., Meyer, B., Wiegand, A., Timmen, H., Gupta, S. J., Schuster, S., & Geraedts, M. (2017): Wie sind Kinder- und Jugendkliniken in Nordrhein-Westfalen auf die Überwindung von Sprachbarrieren vorbereitet? – Eine Pilotstudie zur Strukturqualität in der stationären Gesundheitsversorgung. Das Gesundheitswesen, 79(07), 535-541.

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Kursnummer: 20190314190001

 

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