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Brücken bauen - Grenzen überwinden. Innovationen in der ambulanten und st...

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„Es geht ja auch ohne!“ – Ursachenforschung zur Nicht-Nutzung technischer Innovationen in der stationären Pflege

Beginn:
5. Sep 2019, 17:30
Ende:
5. Sep 2019, 19:00
Kurs-Nr.:
891
Preis:
Kostenfrei
Ort:
HS 3
Plätze:
30
Trainer:

Beschreibung

„Es geht ja auch ohne!“ – Ursachenforschung zur Nicht-Nutzung technischer Innovationen in der stationären Pflege


Einleitung Im Rahmen des BMBF-geförderten Forschungsprojektes Pflegepraxiszentrum Hannover wird der Aufbau einer „Station der Zukunft“ verfolgt. Ziel ist es, innovative Pflegetechnologien zur Unterstützung von Pflegefachpersonen und zur Verbesserung der Patientenversorgung partizipativ einzusetzen und auf ihre Wirksamkeit zu untersuchen (vgl. [1], [2]). Aus der Recherche zu bereits vorhandenen Technologien ging hervor, dass Mobilgeräte eines verteilten Alarmsystems zur Versorgung überwachungspflichtiger Patienten auf einer anderen Station eingeführt wurden. Über diese Mobilgeräte können Überwachungsalarme direkt an die Pflegefachpersonen übermittelt werden. Diese Geräte werden jedoch seit deren Einführung wenig genutzt. Daraus ergeben sich folgende Forschungsfragen: • Inwieweit wurden die Pflegefachpersonen in die Einführung der Geräte einbezogen? • Worin liegen die Ursachen für die Nicht-Nutzung der Geräte? • Welche Vorteile sehen die Pflegefachpersonen in den Geräten? Methode Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurden drei Gruppendiskussionen auf der Station durchgeführt. Diese fanden im Anschluss an die Frühschicht statt. 14 Pflegefachpersonen nahmen an den Gruppendiskussionen teil. Die Gruppendiskussionen wurden aufgenommen und vollständig nach den Transkriptionsregeln nach Kuckartz [3] transkribiert. Die Auswertung fand qualitativ-inhaltsanalytisch nach Kuckartz [ebd.] statt. Ergebnisse Die Pflegefachpersonen sind ihrer Perspektive kaum in die Planung und Einführung der Geräte einbezogen worden. Bei der Nutzung der Geräte nennen die Pflegefachpersonen als größtes Problem die Geräuschbelastung durch Alarme. Die Alarme belasten dabei nicht nur das Personal, sondern auch Patientinnen und Patienten sowie die Angehörigen. Des Weiteren sind die Informationen auf dem Display für die Pflegefachpersonen nicht ausreichend, um den Zustand der Patienten einzuschätzen. Hierdurch ergeben sich für das Personal weiterhin Laufwege und die erhoffte Zeitersparnis bleibt aus. Die Geräte werden als unhandlich beschrieben, da nicht in allen Pflegesituationen eine Bedienung möglich ist. Es erfolgt kaum eine direkte Kommunikation mit dem Hersteller über die Probleme, sowie stattfindende Updates und deren Folgen. Vorteile hingegen sehen die Pflegefachpersonen in Situationen, in denen sie nicht direkt am Patienten arbeiten. Diskussion Die Ergebnisse werfen die Frage auf, ob ein stärkerer Einbezug der Pflegefachpersonen bei der Einführung der Technologie zu einer größeren Akzeptanz geführt hätte (oder führen würde). Ferner, ob die Gebrauchstauglichkeit der Geräte besser an die Anforderungen des spezifischen Pflegekontextes angepasst werden müsste und in welchem Rahmen dies möglich wäre.

Literatur

[1] Rutz M., Schmeer R., Krückeberg J., Meyenburg-Altwarg I., Dierks ML. (2018): PPZ-Hannover – Methodische Überlegungen zur Baseline-Erhebung. In: Boll S., Hein A. et al. Zukunft der Pflege: Tagungsband der Clusterkonferenz 2018. [2] Wright M.T., Block M., Unger H.v. (2007): Stufen der Partizipation in der Gesundheitsförderung: Ein Modell zur Beurteilung von Beteiligung. In: Infodienst für Gesundheitsförderung 3, S. 4f. http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/partizipation/stufen-der-partizipation.html [19.02.2019] [3] Kuckartz U. (2012): Qualitative Inhaltsanalyse: Methoden, Praxis, Computerunterstützung. Weinheim: Beltz Juventa.

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Kursnummer: 20190314190001

 

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Anerkennungsnummer 201901450