Sep 22, 2019 Last Updated 10:58 AM, Aug 12, 2019

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Rufsystem 4.0 in der Intensivpflege – Brücke zwischen Patienten und Pflegenden

Beginn:
5. Sep 2019
Ende:
5. Sep 2019
Kurs-Nr.:
917
Preis:
Kostenfrei
Ort:
Foyer/Halle
Plätze:
30
Trainer:

Beschreibung

Rufsystem 4.0 in der Intensivpflege – Brücke zwischen Patienten und Pflegenden


Klassische Patientenrufsysteme sind elektronische Meldesysteme, die – beispielsweise in Krankenhäusern – genutzt werden, um Pflegenden über optische Signale Anliegen von Patientinnen und Patienten aufzuzeigen. Dies erfordert, dass Pflegende nach Wahrnehmung des Rufes aktiv in das Patientenzimmer gehen und im Gespräch die konkreten Anliegen abfragen müssen. Problematisch ist dies bei beatmeten Intensivpatienten im Weaning, die in ihrer Kommunikationsfähigkeit stark eingeschränkt sind und so ihre Anliegen nur mit unterstützter Kommunikation mitteilen können. In dieser Interaktion zwischen Pflegenden und Weaning-Patienten fehlen effektive Methoden zur unterstützten Kommunikation, und daher wird diese Kommunikation oftmals als belastend empfunden [1]. Im Rahmen des multidisziplinären Verbundprojekts ACTIVATE wird ein soziotechnisches interaktives System zur Förderung der Re-Orientierung von und Kommunikation mit beatmeten Patienten – insbesondere in der Weaning-Phase – entwickelt. Dazu wird unter anderem ein Modul zur Optimierung der Fernkommunikation in Form eines innovativen Rufsystems erforscht und entwickelt. In unserem Konzept können Patienten ihr Anliegen basierend auf einem Themenkatalog spezifizieren und drahtlos eine entsprechende Nachricht senden. Das System organisiert dabei entsprechend automatisch die jeweilige Zuordnung an das korrekte mobiles Endgerät der zuständigen Pflegekraft unter Berücksichtigung von Kontext, Status und Aufgabenverteilung. Hierzu steht den Patienten ein spezialisiertes Eingabegerät zur Verfügung. Pflegende können den Eingang der Nachricht bestätigen und über das System Feedback – beispielsweise eine Lesebestätigung – senden. Für das Personal bietet das Konzept die Vorteile, dass unnötige Wege eingespart werden können und eine umständliche Erfragung der Anliegen entfällt oder vereinfacht wird. Patienten profitieren ebenfalls von der Möglichkeit, Anliegen einfacher mitzuteilen. Das Feedback kann Ungewissheit reduzieren, ob der Ruf wahrgenommen wurde. Dabei wird auf Basis von Priorisierung, der Möglichkeit der Rufdelegation und weiterer Mechanismen bspw. durch Einbindung von Servicekräften ein effizienter Nachrichtenfluss gewährleistet. Potenziell hinderliche Faktoren für die Akzeptanz sind zum einen, dass zu detailliertes Feedback an den Patienten Erwartungen wecken und so Druck auf die Pflegenden ausüben könnte, dem diese aufgrund der hohen Arbeitsbelastung nicht gerecht werden können. Zum anderen besteht ein Risiko, dass der Einsatz weiterer Technik zunächst als Mehraufwand wahrgenommen und abgelehnt wird. Diese Aspekte wurden bei der Entwicklung berücksichtigt.

Literatur

[1] Abuatiq, A. (2015). Patients’ and health care providers’ perception of stressors in the intensive care units. Dimensions of Critical Care Nursing, 34(4), 205–214.

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Kursnummer: 20190314190001

 

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Für diesen Kongress werden von der Ärztekammer Schleswig-Holstein 9 Fortbildungspunkte der Kategorie B verliehen.
Anerkennungsnummer 201901450