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Potentiale von Virtual Reality zum Lehren und Lernen von Pflegetechniken

Beginn:
5. Sep 2019
Ende:
5. Sep 2019
Kurs-Nr.:
898
Preis:
Kostenfrei
Ort:
Foyer/Halle
Plätze:
30
Trainer:

Beschreibung

Potentiale von Virtual Reality zum Lehren und Lernen von Pflegetechniken


Die durch den demografischen Wandel ansteigende Anzahl von Menschen mit Pflegebedarf hat im gesamten Pflegesektor zu Personalmangel geführt. Dies hat u.a. zur Folge, dass die Praxisanleitung zeitlich komprimiert wird, sodass dabei Unsicherheiten und fehlende Kompetenzen entstehen können. Ein typisches Beispiel hierfür ist das endotracheale Absaugen bei beatmeten Menschen. In Interviews gaben professionelle Pflegekräfte an, sich den Eingriff entweder nicht zuzutrauen oder nicht die praktischen Fertigkeiten zu haben. Um auszubildende Pflegekräfte mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen bestmöglich auf die Praxis vorzubereiten, bietet der Einsatz von modernen Virtual Reality (VR)-Systemen neuartige Möglichkeiten bei der Vermittlung von Kompetenzen. In diesem Kontext wurde eine VR-Anwendung entwickelt, mit deren Hilfe das Absaugen bei einem virtuellen Patienten geübt werden kann. Dabei absolvieren die Lernenden durch Unterstützung einer Audioanleitung einzelne Schritte des Absaugvorgangs. Die VR-Simulation kann so auch ohne Lehrpersonal eingesetzt werden. Durch ein immersives emotional prägendes Erlebnis entsteht ein guter Lerntransfer. Dabei ist das Risiko gering, denn Übungen können durchgeführt werden, ohne dass Gefahr für Patienten besteht. Zudem ist die Hardware preisgünstig sowie portabel. In der initialen Studie wurden Proband*innen mit praktischer Pflegeerfahrung rekrutiert. Nach einer kurzen Erklärung zur Benutzung wurden sie gebeten den virtuellen Patienten abzusaugen. Dabei wurden sowohl die Proband*innen als auch die VR-Bildschirminhalte auf Video aufgenommen. Anschließend erfolgte eine Befragung der Proband*innen in Form von Interviews sowie mit den Fragebögen SUS (Usability) und QUESI (Intuitivität). Die SUS ergab einen zufriedenstellenden Wert von 63,75/100. Der QUESI-Score lag mit 3,2/5 in einem ähnlichen Bereich. In den Interviews zeigten die Teilnehmer fast durchweg Begeisterung. Es wurde u.a. geäußert, dass sich die Simulation sehr real anfühle. Insgesamt sahen die Teilnehmenden ein hohes Potential der VR zu Lernzwecken in der Pflege. Fachliche Fehler der Simulation wurden anhand des Feedbacks korrigiert. VR-Anwendungen zu Lernzwecken im Pflegebereich sind ressourcensparend, risikoarm, effizient und effektiv. Das Ziel ist nicht herkömmliche Lernwerkzeuge wie Simulationspuppen abzulösen, sondern diese zu erweitern. Während Simulationspuppen Vorteile beim Erlernen der Feinmotorik bieten, kann die VR-Simulation durch hohe Immersion Stressbewältigung sowie prozedurales Wissen vermitteln. In geplanten Studien im Mai mit Pflegestudierenden und Auszubildenden (N=30) sollen der Grad der Immersion sowie Vor- und Nachteile der VR-Simulation weiter evaluiert werden.

Literatur

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