Aug 24, 2019 Last Updated 10:58 AM, Aug 12, 2019

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Technikgestütztes Wohnen nur für Jüngere? Eine empirische Befragung Dortmunder Senior_innen

Beginn:
5. Sep 2019, 15:30
Ende:
5. Sep 2019, 17:00
Kurs-Nr.:
877
Preis:
Kostenfrei
Ort:
Foyer/Halle
Plätze:
30
Trainer:

Beschreibung

Technikgestütztes Wohnen nur für Jüngere? Eine empirische Befragung Dortmunder Senior_innen


Die Lebenserwartung in Deutschland nimmt im Durchschnitt stetig zu. Damit einher geht ein drastischer Anstieg der Pflegebedürftigen, der sich voraussichtlich in den kommenden Jahren weiter zuspitzen wird (vgl. Lohmann, 2019). Vor diesem Hintergrund nehmen sich zunehmend auch Akteur_innen aus der Technologiebranche, der Thematik an um nach Lösungsansätzen zu suchen. Das vom Land NRW und der EU geförderte Projekt Smart Service Power (SSP) ist mit der Zielsetzung gestartet, den Verbleib in der eigenen Wohnung auch bei einsetzender Pflegebedürftigkeit so lange wie möglich zu gewährleisten. Hierfür arbeiteten neunzehn interdisziplinäre Partner kollaborativ zusammen. Innerhalb des Projektteams sind u.a. Technologiespezialisten, Forschungseinrichtungen, Kommunen, ein Wohnungsunternehmen sowie ein Pflegedienst vertreten. Mithilfe von sensorbasierter Technik in Kombination mit einem Sprachassistenten sollen Stürze erkannt und eine Notfallkette in Gang gesetzt werden. Das System soll weiterhin die Möglichkeit der Vitalparametererfassung und die videogestützte Kommunikation mit medizinischen und pflegerischen Dienstleistern sowie Angehörigen bieten. Dabei sollen die in diesem Rahmen erhobenen Daten gemäß der neuen europäischen Datenschutz-Grundverordnung mit besonderer Vorsicht gesichert und geschützt werden. Die Kontrolle über die Daten soll jederzeit bei den Bewohner_innen selbst liegen (vgl. Bleja et al, 2019). Welche Vorstellungen die potenziellen Nutzer_innen in Bezug auf AAL-Technologie für den Eigengebrauch hegen, sollte im Rahmen einer Zielgruppenanalyse erschlossen werden. Zu diesem Zweck wurde eine quantitative Befragung entworfen, die 2018 auf dem deutschen Seniorentag in Dortmund durchgeführt wurde. Insgesamt wurden dabei 335 Personen der potenziellen Zielgruppe zu den Themen „Wohnen im Alter“ und „Techniknutzung“ befragt. Ziel der Umfrage war es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, ob sich die Senior_innen vor Ort ausgehend von ihrer aktuellen Lebenssituation die Nutzung technischer Assistenzsysteme für sich selbst und andere vorstellen könnten. Darauf aufbauend sollten die Ergebnisse helfen, die zu entwickelnden Lösungen, im Rahmen des Projektes, bedarfsgerechter auszugestalten. Im Vergleich zu den Ergebnissen des Digitalindexes 2017/2018 (Initiative D21, 2018) wiesen die Befragten einen deutlich höheren Digitalisierungsgrad auf. Zudem waren 79% bereit für eine automatische Sturzerkennung 30€ oder mehr zu bezahlen. Die Ergebnisse liefern darüber hinaus einen ersten Eindruck darüber, inwiefern ganzheitliche Assistenzsysteme zu der Versorgung pflegebedürftiger Menschen beitragen könnten und welche Herausforderungen sich in diesem Zusammenhang in Bezug auf die praktische Umsetzung solcher Ansätze ergeben.

Literatur

Lohmann U. (2019). Gesundheit und Soziales (Public Health). Beiträge zur Grundlagensiskussion 1974-2009.Springer VS. Berlin. Bleja J., Großmann U., Horster B., Roß A., Löhrke E., Röhrig Ch., Oelker J., Celik A., Hormann R. (2019). IoT-Systems of the AAL-Sector: Application, Business Model, Data Privacy. In: Kharchenko V., Kor A. and Rucinski A. (Eds.), Dependable IoT for Human and Industry: Modeling, Architecting, Implementation (pp. 455-476). The River Publishers Series in Information Science and Technology, River Publishers. Initiative D21 (2018). Digitalindex 2017/2018. Jährliches Lagebild zur Digitalen Gesellschaft. Abgerufen von https://initiatived21.de/publikationen/d21-digital-index-2017-2018/ am 06.02.2019.

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Kursnummer: 20190314190001

 

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Anerkennungsnummer 201901450