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Ansätze zur partizipativen Versorgungsgestaltung von digitalen Gesundheitstechnologien bei vulnerablen Gruppen

Beginn:
6. Sep 2019, 13:00
Ende:
6. Sep 2019, 14:30
Kurs-Nr.:
911
Preis:
Kostenfrei
Ort:
HS 2
Plätze:
30
Trainer:

Beschreibung

Ansätze zur partizipativen Versorgungsgestaltung von digitalen Gesundheitstechnologien bei vulnerablen Gruppen


Hintergrund: Der fortschreitende Prozess der Digitalisierung prägt, in unterschiedlicher Weise, alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens (Schnell 2018). Die Forschung und Entwicklung im Bereich digitaler Gesundheitstechnologien (Bsp. Apps, Telecare) sind mit großen Erwartungen verbunden. Durch die Integration digitaler Gesundheitstechnologien in den Alltag, können Zugangsbarrieren verringert und die Partizipation von vulnerablen Personengruppen (Bsp. chronisch-kranke Menschen oder pflegende Angehörige) gefördert werden (Künemund & Fachinger 2018). Mit der Erfassung von Nutzer/innenperspektiven und Bedürfnissen, sowie der Beteiligung vulnerabler Personengruppen an der Entwicklung digitaler Gesundheitstechnologien, wird die soziale Teilhabe und die Mitgestaltung technischer Entwicklungsprozesse mit dem Ziel einer Technikakzeptanz gefördert (Weidner et al. 2015). Methode: Im vorliegenden Beitrag werden im Rahmen von drei Best Practice Beispielen verschiedene Perspektiven zur Erfassung von Technikakzeptanz und Nutzer/innenperspektiven von vulnerablen Personengruppen im Gesundheitswesen vorgestellt und diskutiert: 1) Das Projekt „Einsatz von Assistenzrobotern in der häuslichen Pflege“ fokussiert die Erfassung von Nutzer/innenerwartungen zum Einsatz von Assistenzrobotern (2017-2018). Im Kontext eines qualitativen Forschungsdesigns wurden Einzelinterviews (n=11) mit pflegenden Angehörigen geführt. Neben Erwartungen und Bedürfnissen, zeigen die Ergebnisse eine ethische Auseinandersetzung im Kontext von Vulnerabilität und Partizipation. 2) Das Projekt „Technikunterstützte Versorgung der Zukunft bei beginnender und leichtgradiger Demenz (TechV-D)“ untersucht die bedürfnis- und diversitätssensible Versorgungsgestaltung aus der Perspektive von Erkrankten, pflegenden Angehörigen und professionellen Akteuren in der ambulanten und stationären pflegerischen Versorgung (2017-2019). Der Fokus liegt auf einer bedarfs- und bedürfnisorientierten Versorgungsgestaltung von Betroffenen und deren pflegenden Angehörigen. Die Datenerhebung findet mittels verschiedener qualitativer Methoden statt. 3) Das Projekt „Multiperspektivische und partizipative Versorgungsgestaltung von Digital-Health-Anwendungen bei leicht- bis mittelgradiger Depression (MuDi-VD)” fokussiert eine multiperspektivische und partizipative Erarbeitung von praxis- und zielgruppenorientierten Ansätzen (2019-2021). Das Ziel ist eine bedürfnis- und diversitätssensible Gestaltung von technikunterstützten Versorgungsmodellen bei Menschen mit depressiven Störungen und deren Angehörigen. In einem qualitativen Forschungsdesign werden bestehende Versorgungsprobleme und -bedürfnissen, sowie partizipative Ansätze der Versorgungsforschung identifiziert. Ergebnisse: Die Erfassung von vulnerablen Nutzer/innenperspektiven erfordert einen besonderen Zugang zu den Teilnehmer/innen. In den drei Projekten zeigen sich die Vorteile qualitativer Forschungsmethoden im Kontext der Erfassung von Nutzer/innenerwartungen und der Erarbeitung partizipativer Versorgungsansätze. Um digitale Gesundheitstechnologien bedarfsgerechter zu gestalten und die Nutzung zu fördern, ist es unabdingbar vulnerable Gruppen in den Gestaltungsprozess zu integrieren.

Literatur

Künemund H. & Fachinger U. (2018): Alter und Technik. Sozialwissenschaftliche Perspektiven und Ansätze. Wiesbaden: Springer VS. Schnell M. W. (2018): Ethik der digitalen Gesundheitskommunikation. In: V. Scherenberg, J. Pundt, H. Lohmann und H. W. Opaschowski (Hg.): Digitale Gesundheitskommunikation. Zwischen Meinungsbildung und Manipulation. 1. Auflage. Bremen: Apollon University Press, S. 277–289. Weidner R., Redlich T. & Wulfsberg J. (2015): Technische Unterstützungssysteme. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin, Heidelberg.

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